
Eben noch ist Maya beim Basketballspiel fröhlich durch die Turnhalle gerannt. Dann ein falscher Schritt –sie stürzt und liegt mit Schmerzen am Boden. Der Schulsanitäter Tim und sein Team sind sofort zur Stelle, denn was Maya jetzt braucht ist schnelle und professionelle Hilfe.
Montag Morgen – der sechszehnjährige Tim macht sich auf den Weg zur Schule. Er besucht die zehnte Klasse. Nachdem er die Schule betreten hat, besorgt er sich als erstes den Funkmeldeempfänger. Er muss erreichbar sein. Heute hat er Dienst – als Schulsanitäter. Dann macht sich Tim auf den Weg in seine Klasse. Die ersten zwei Stunden verlaufen ganz ruhig. Aber kurz nach der großen Pause wird Tim von der Schulsekretärin angepiepst. Für ihn das Signal, dass etwas passiert ist und seine Hilfe gebraucht wird. Er verlässt das Klassenzimmer und holt über Funk bei der Schulsekretärin weitere Informationen ein. Nach Auskunft der Sekretärin hat sich im Sportunterricht der Klasse 7a ein Mädchen verletzt. Sie ist beim Basketballspiel gestürzt.
Einsatz im Team
Diese Informationen reichen Tim, um als Teamleiter seiner Schulsanitätsdienst-Gruppe, bestehend aus seinen Mitschülern Peter, Maximilian und Tanja, weitere Anweisungen zu geben: Er beauftragt die beiden Jungs, im Sanitätsraum die Einsatztasche und die Bahre zu holen. Tanja nimmt er mit zum Unfallort – die Turnhalle in der Schule. Dort angekommen kümmert er sich als erstes um die verletzte Maja, die von ihren Mitschülern umringt wird. Sie klagt über Schmerzen im linken Bein. Tim untersucht sie mit Unterstützung von Tanja gründlich. Nach kurzer Zeit ist klar, dass nichts gebrochen ist. Maya hat sich bei ihrem Sturz ein paar Prellungen zugezogen. Erleichtert steht sie auf und humpelt zur Umkleidekabine. Basketballspielen wird sie heute nicht mehr. Für die Schulsanitäter heißt es nun Protokoll schreiben. Das ist wichtig, falls der Unfallversicherer noch weitere Fragen hat und hilfreich für den Rettungsdienst, wenn der einmal eingeschaltet werden muss. Tim ist mit seinem Team sehr zufrieden. Alles hat gut geklappt und jeder wusste, was zu tun war. Die Schulsanitäter gehen in ihr Klassenzimmer zurück. Für sie geht der Unterricht nun ganz normal weiter. Den Stoff, den sie versäumt haben, müssen sie natürlich nachholen. Dazu hat sich jeder von ihnen verpflichtet. Wie sie das machen, bleibt ihnen überlassen. Tim hat es für sich so geregelt, dass eine Mitschülerin für ihn mitschreibt.

Voll akzeptiert
An vielen Schulen ist der Schulsanitätsdienst mittlerweile zu einem festen Bestandteil geworden. Das liegt auch daran, dass Schulsanitäter nicht nur in Erster Hilfe geschult werden, sondern auch in sozialer Kompetenz. Nicht nur Lehrer rufen den Schulsanitätsdienst zu Schulunfällen, auch Schüler alarmieren ihn. „Das zeigt“, so Tim „dass wir von den Mitschülern voll akzeptiert sind. Unsere Arbeit wird sehr ernst genommen und viele möchten beim Schulsanitätsdienst einsteigen, weil sie live erlebt haben, was für eine gute und lohnenswerte Arbeit die Schulsanitäter leisten.“ Kein Wunder bei der guten Ausbildung. Dazu gehört ein 19stündiger erweiterter Erste-Hilfe-Kurs, sechs Stunden Ausbildung mit den Themen Einsatztaktik, rechtliche Grundlagen, Informationen zur Notfallprävention und Eigengefährdung, eine Einführung in die Strukturen des DRK bzw. des Rettungsdienstes und regelmäßige Weiterbildung. Was kann da noch schief gehen?
Michaela Roeder
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