Auf nach Berlin!

JRKler Christian Pannwitz war dabei und berichtet über den gestrigen Empfang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Würdigung des Ehrenamtes.

v.l.n.r. Ronja Burgmeier JRK KV-Nordhausen, Christian Pannwitz JRK KV-Wandsbek, Bundeskanzlerin Fr. Dr. Angela Merkel

Auf die Frage meines Kreisjugendleiters, ob ich nicht Lust und Zeit hätte, im April zu einem Empfang der Bundeskanzlerin zu fahren, sagte ich spontan ja.
Nach circa zwei Wochen und wissend, dass die Entscheidung über die Auswahl der Personen allein beim Bundeskanzleramt lag, hatte ich diese Veranstaltung schon fast abgehakt, bis dann doch der erwartete Brief im Kasten steckte. Nun galt es, die Rückantwort zu verschicken und Informationen für mögliche Gesprächsinhalte zu sammeln, die Kleiderfrage zu klären und am Wichtigsten, die JRKlerin zu finden, die ebenfalls hinfährt.

Los ging es am 5. April morgens um 09:08 am Hamburger Hauptbahnhof mit dem ICE direkt nach Berlin, wo ich mich bereits mit Ronja, der 16-jährigen Gruppenleiterin aus dem KV-Nordhausen, vor'm Kanzleramt verabredet hatte. Die Wartezeit wurde mit einem Klönschnack überbrückt und - treu dem Motto „Gemeinsam geht’s“ - knüpften wir Kontakte mit anderen Organisationen. Wir nahmen auf der großen Südtreppe Platz und die Wartezeit wurde von meinem Hintermann mit einem passenden „Das ist ja wie Weihnachten hier“ kommentiert. Die Spannung war spürbar, jeder, ob er wollte oder nicht, war nun doch ein bisschen aufgeregt. Die Kanzlerin betrat die Eingangshalle und alle der über 200 anwesenden Ehrenamtlichen auf der Treppe erhoben sich für ein gemeinsames Foto. Vor der Podiumsdiskussion gab es dann als optischen Auftakt eine Tanzeinlage der Folkloretanzgruppe "Hatikwa".

Die Kanzlerin ging während dieser Diskussion und ihrer Abschlussrede auf das Zeitproblem junger Menschen ein, erwähnte die Nachwuchssorgen im Katastrophenschutz sowie die geringe Migrantenzahl im Ehrenamt. Auch sprach sie allen, aber besonders uns zwei JRKlern, aus der Seele als das Stichwort „Vielfalt“ genannt wurde. Die Bundeskanzlerin sprach von 23 Millionen Ehrenamtlichen in der Bundesrepublik, die zwar Großes leisten, deren „Arbeit“ aber viel zu selten gewürdigt wird.

Frau Merkel skizzierte ein Ehrenamt, in dem das persönliche Engagement das Wichtigste sei - die Freizeit dürfe dann nicht noch mit Bürokratie überladen werden. Dies wurde auch bei einer vorhergehenden Befragung von den meisten Anwesenden bemängelt.
Im Ehrenamt müsse man kein Olympiasieger sein, führte sie weiter aus, sondern jeder kann das geben, was er mag. In einer Gesellschaft, in der man nur die besten Sänger oder Models sucht, kann man im Ehrenamt auch fernab vom Ideal viel bewegen und erreichen. 

Dann geht es nach zwei weiteren Tanzeinlagen zum eigentlichen Empfang. Die an Krücken gehende Kanzlerin schreibt fleißig Autogramme und ist natürlich auch ein begehrtes Fotomotiv.

Nach einem Foto mit den anderen weiteren angereisten Rotkreuzlern sowie der Vize-Präsidentin Frau Freifrau Schenck zu Schweinsberg, gelang dann auch noch der Schnappschuss mit Frau Merkel, Ronja und mir.

Im Anschluss an den Empfang nahmen wir dann an einer Führung durch's Kanzleramt teil und bummelten vor der Heimreise in die schönste Stadt der Welt noch in der Hauptstadt umher. An dieser Stelle liebe Grüße an die mitgereisten DRKler aus ganz Deutschland und einen besonderen Gruß an die SSD-Gruppenleiterin Ronja Burgmeier aus dem JRK KV-Nordhausen sowie „unseren Fotografen“ und baldigen SSD-Leiter Maximilian Kanwischer aus der DLRG-Jugend KV-Havelland.

Christian Pannwitz

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