Thomas über das Ehrenamt

Der stv. Bundesleiter Thomas Grochtdreis hat nun seit fast einem Jahr das Amt des stv. JRK-Bundesleiters inne. Zeit um Rückschau zu halten: Was bedeutet das Amt? Was gab es zu tun? Was hat sich verändert? Was steht an?   

Die JRK-Bundesleitung. Foto: JRK
Thomas Grochtdreis, rechts, am Tag der Wahl zum stv. Bundesleiter bei der letzten Bundeskonferernz (Sept. 2009) mit den anderen Mitgliedern der Bundesleitung.

Was bringt das Amt des stv. Bundesleiters mit sich?
Vor allem viele Termine und viele E-Mails. Aber auch neue Perspektiven und Ideen - von einem selbst und für einen selbst.

Hast Du viele Termine und bist Du viel auf Reisen?
Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Termine sind. Das liegt auch daran, dass es keinen vierten stv. Bundesleiter gibt. Somit verteilen sich die Aufgaben und Termine auf weniger Schultern. Neben den Terminen auf Bundesebene, wie  Bundesleitungssitzungen, Länderrat und Bundeskonferenz, fahre ich regelmäßig zu den Sitzungen der Arbeitsgruppe "Gesund und Fit im DRK" und der Steuerungsgruppe "Interkulturelle Öffnung im DRK". Weiterhin besuchte ich bereits Sitzungen des "Ausschusses Ehrenamtlicher Dienst" und des "Bundesausschusses für Wohlfahrts- und Sozialarbeit". Eines der Höhepunkte dieses Jahr war jedoch der Termin am Berliner Reichstag. Dort wurde die Blutspendekampagne "Blut+Jung" gemeinsam mit dem DRK-Blutspendedienst für junge Bundestagsabgeordnete durchgeführt. Auch sehr viel positive Erfahrungen konnte ich bei den Terminen der Landesverbände machen, zu denen die Bundesleitung eingeladen wurde.

Was ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der bereits erwähnte Termin am Berliner Reichstag. Es war äußerst beeindruckend, von vielen Kameras gefilmt zu werden und so viele Mikrofone entgegengestreckt zu bekommen.

Was gefällt Dir am besten von Deinen Aufgaben?
Ich habe sehr viel Freude an allen Aufgaben, die mein Amt mit sich bringt. Daher möchte ich diese Frage gerne umdrehen. Nicht gefällt mir an meinen Aufgaben die häufigen Konversationen mittels E-Mail. Da ich in meinem Studium sehr viel Lese- und Schreibarbeit zu erledigen habe, ist das abendliche Bearbeiten von E-Mails keine entspannende Aufgabe! Ich versuche deshalb Schreibarbeiten an Orte zu verschieben, an denen es keine Alternativen dafür gibt, z. B. während der Reisen mit der Bahn. 

Hattest Du Dir dieses Ehrenamt so vorgestellt oder ganz anders?
Bevor ich stv. Bundesleiter wurde, war ich in meinem Heimatlandesverband Baden-Württemberg aktiv als Ausbilder und als Helfer bei Großveranstaltungen, als stellv. Vorsitzender des Kreisausschusses im Kreisverband Pforzheim-Enzkreis und als Gruppenleiter im Ortsverein Königsbach. Das waren alles Aufgaben, die viel mit operativer Planung, Organisation und Interaktion zu tun haben. Als stv. Bundesleiter rücken andere Aufgaben - wie zum Beispiel strategische Planung,
Entscheidungen treffen und die Vertretung des Jugendrotkreuzes innerhalb des DRK und in der Öffentlichkeit - in den Mittelpunkt. Mir war dieser Unterschied von Anfang an bewusst, doch hätte ich nicht damit gerechnet, wie schwierig es ist, sich umzuorientieren. Ich glaube aber, das mir das ganz gut gelungen ist.

DRK-Präsident Dr. Seiters, Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler und die JRK-Bundesleitung. Foto: DRK
Blutspende-Termin am Reichstag mit Prominenz. Thomas ganz rechts im Bild.

Wie verläuft die Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern der Bundesleitung?
Die anderen Mitglieder der Bundesleitung habe ich ja erst nach meiner Wahl so richtig kennengelernt. Wir haben mittlerweile viele gemeinsame Sitzungen und eine Klausurtagung miteinander verbracht. Ich bin sehr von der guten Zusammenarbeit und Kollegialität begeistert. Wir haben uns auch schon vorgenommen, einen Termin zu organisieren, der nur zu unserer Teamstärkung genutzt werden soll. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn diese angenehme Atmosphäre innerhalb der Bundesleitung anhält. 

Was verbindest Du nach einem Jahr persönlich mit Deinem Ehrenamt?
Es hat sich nichts verändert. Ich bin, wie gehabt, ein stolzes Mitglied der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Meine persönliche Bindung zum Jugendrotkreuz hat sich aber immens gefestigt. Man bekommt von der Bundesebene aus einen genialen Überblick über die bemerkenswerte Arbeit in den Verbänden. Ich berichte meinen Freunden stets mit großer Freude von meiner Arbeit als stv. Bundesleiter. Dennoch muss ich sagen, dass die Arbeit auch durchaus anstrengend sein kann. Mit einer guten Koordination von Studium, Privatleben und der Arbeit als stv. JRK-Bundesleiter ist das jedoch gut zu meistern.

Was möchtest Du als stv. Bundesleiter noch erreichen?
Mit meiner Wahl zum stellv. JRK-Bundesleiter wurde von der JRK-Bundeskonferenz auch der strategische Rahmen bis 2014 beschlossen. Diesen gilt es, nicht nur in meinen Ressorts der "JRK-Schularbeit" und "Engagement und Zielgruppen", umzusetzen. Konkret möchte ich dabei vor allem ein Bewusstsein innerhalb und außerhalb des JRK schaffen, welches dazu beiträgt, den Jugendverband mit all seinen Werten weiterhin attraktiv - in einer so schnelllebigen und anstrengenden Zeit für Jugendliche und Kinder - zu gestalten.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?
Ja auf jeden Fall! Ich möchte allen JRKlern Mut zusprechen, die innerhalb der Gemeinschaft eine Leitungsaufgabe ausfüllen - egal auf welcher verbandlichen Ebene. Ich bin mir sicher, dass ihr alle eine wunderbare Arbeit macht. Macht weiter so! Außerdem möchte ich euch motivieren, auch einmal in die höheren verbandlichen Ebenen zu schnuppern. Es warten neue spannende Aufgaben in Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Leitungsämtern auf euch! Viellecht sehen wir uns ja auch irgendwann auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes?


Thomas, vielen Dank für das (E-Mail)-Gespräch!

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