Verbot von Streumunition

1. August: Das internationale Übereinkommen zum Verbot von Streumunition tritt in Kraft. Das Rote Kreuz setzt sich schon seit langer Zeit in vielen Ländern gegen den Einsatz der verheerenden Waffen ein.

Warnschild für Minenfeld. Foto: DRK
98 Prozent der Opfer von Streubomben sind Zivilpersonen.

Ob Bauern auf dem Feld, Frauen beim Wasserholen oder spielende Kinder: Schätzungsweise 400 Millionen Menschen sind von der tödlichen Gefahr der Streumunition bedroht.

Eine einzige Streubombe kann mehrere Tausend Sprengsätze enthalten und so große Flächen Land in ein gefährliches Minenfeld verwandeln. Tückisch ist, dass Streumunition eine hohe Blindgängerrate hat, das heißt viele Sprengkörper zünden beim Aufprall nicht sofort, sondern unter Umständen erst Jahre später. Kinder finden die oft grellbunten Metallhülsen im Freien und halten sie irrtümlich für Spielzeug.

Das internationale Übereinkommen zum Verbot von Streumunition wurde im Sommer 2008 in Dublin beschlossen und im Oktober in Oslo unterzeichnet.
Die Räumung der verminten Gebiete ist aufwändig und kostspielig. Ganze Landstriche müssen millimeterweise abgesucht werden. Das dauert manchmal Jahrzehnte. Wiederaufbau und humanitäre Hilfe werden durch die unberechenbare Gefahr stark behindert und teilweise unmöglich.

Hoffnung im Kampf gegen Streubomben
Mit dem internationalen Übereinkommen zum Verbot von Streumunition ist es den Vertragsstaaten zukünftig verboten, Streumunition jeglicher Form einzusetzen, herzustellen, zu lagern oder zu verkaufen. Die Unterzeichner verpflichten sich ihre Bestände zu vernichten. Das Übereinkommen enthält zudem Bestimmungen zur Opferfürsorge, zur Räumung von explosiven Streumunitionsrückständen sowie zur internationalen Zusammenarbeit und Unterstützung. 106 Staaten haben das im Dezember 2008 in Oslo besiegelte Abkommen bisher unterzeichnet, 36 Staaten haben es ratifiziert.
In Deutschland ist jeglicher Umgang mit Streumunition bereits seit Juni 2009 untersagt.

So hilft das Rote Kreuz
Prothesen, Risikoaufklärung, Mikrokredite: Das Rote Kreuz unterstützt Opfer von Streubomben, Landminen und Blindgängern weltweit. So sind die internationalen Rotkreuzhelfer in Afghanistan, Albanien, Kambodscha und Eritrea sowie Äthiopien, Irak, Laos, Libanon, Tschetschenien, Sudan und Vietnam für die Minenopfer im Einsatz. In Afghanistan z. B. betreibt das IKRK sechs Orthopädiezentren, in denen Minenopfern Prothesen angepasst bekommen. Die oft auch psychisch traumatisierten Menschen erhalten so eine neue Perspektive. Mit gezielter Information von Kindern und Erwachsenen werden zudem schlimme Unfälle verhindert und Leben gerettet.

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